Die Netzwerkeffekte des Enterprise 2.0 (Teil II) Oder wer bietet mehr?

13 Februar 2009 04:02 | Tags: , , , ,  

Wir kehren zu unserer Fragestellung: „Welches sind die Netzwerkeffekte des Enterprise2.0 und wie können wir sie beschreiben?“ zurück.

Im Teil I haben wir das Metcalfsche Gesetz kennengelernt, welches den Wert V(N) eines Netzwerks mit V(N) =(N*(N-1))/2 taxiert. Andrew Odlyzko und seine Kollegen argumentieren für eine andere Sicht auf die Dinge. Im Prinzip äußern sie 2 Kritikpunkte am Metcalfschen Gesetz. Erstens schlagen sie eine andere Interpretation des Wertes eines Netzwerks vor, eine stärker Wachstum und Wert korrelierende Interpretation und nicht eine nur auf die Anzahl der möglichen Netzwerkverbindungen fixierte. Zweitens kritisieren sie, dass der Wert jeder Verbindung gleich gewichtet wird, obwohl manche Verbindungen niemals zustande kommen werden.

Ich glaube, dass beide Kritikpunkte berechtigt sind, die eigentliche Überraschung ist für mich, dass sich Odlyzko und Co. dann doch zu einer Formel hinreißen lassen, nämlich:               V(N) = N log(N). D.h. der quadratische Netzwerkeffekt wird durch einen logarithmischen ersetzt. Die mathematische Begründung für die Formel ist übrigens eine sehr spannende, denn sie spannt einen Bogen von Zipf’s Gesetz hin zum Long Tail von Anderson (und das klingt für E2.0 Ohren dann schon etwas vertrauter). Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Für unser Beispiel aus Teil I bedeutet das, dass für N=100, der Wert des Netzwerkes nicht mehr 4950 beträgt, sondern V(100) = 100 * log(100) = 200. Wer bietet mehr? (Teil III natürlich)!