Die Netzwerkeffekte des Enterprise 2.0 (Teil IV)
10 Juli 2009 01:07 | Tags: Enterprise 2.0, Enterprise2.0, Netzwerkeffekt, Netzwerkforschung, soziale Netzwerke
Für welche Netzwerkarten interessiert sich die Forschung?
Beginnend mit den späten 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts (das klingt so weit weg, ist aber gerade mal 10 Jahre her) hat die Netzwerkforschung einen unheimlichen Auftrieb erlebt und binnen 4 oder 5 Jahren das gesamte Wissen über Netzwerke revolutioniert und systematisiert.
Wir interessieren uns deshalb dafür, weil wir glauben, dass uns einige Erkenntnisse auch bei der qualitativen und quantitativen Beschreibung der Netzwerkeffekte des Enterprise2.0 weiterhelfen können.
Dabei wird der Begriff „Netzwerk“ durchaus umfassend verstanden und interdisziplinär untersucht. Die Wissenschaftler interessieren sich für:
- Soziale Netzwerke (Filmschauspieler die miteinander agiert haben, Aufsichtsratsmandate und Überkreuzmandate, Ko-Autorenschaft, Telefonanrufgraphen, e-mail Austausch, Studentenbeziehungen),
- Informationsnetzwerke (das Web, wer-zitiert-wen, Wortnachbarschaft),
- Technologische Netzwerke (Internet, Energienetz, Eisenbahnnetze, Flugnetze, Software Pakete, elektronische Schaltkreise)
- Biologische Netzwerke (Stoffwechselketten, Nahrungsketten, Eiweiß Interaktionen, Neuronale Netze)

Im nächsten Teil werden wir uns mit einigen Skurilitäten sozialer und technologischer Netzwerke beschäftigen.
Die Netzwerkeffekte des Enterprise 2.0 (Teil III) oder Peter, Paul and Mary
30 Juni 2009 10:06 | Tags: Enterprise 2.0, Netzwerkeffekt, Reed-Menge, soziale Netzwerke
David P. Reed, den ich gelegentlich auf den TTIVanguard Konferenzen treffe, bietet mehr als Odlyzko (Teil II) und ebenfalls mehr als Metcalfe (Teil I). Für ihn lässt sich der (Maximal) Wert V eines sozialen Netzwerks mit N Teilnehmern als
V(N) = 2**N
berechnen, d.h. wir wachsen nunmehr exponentiell. Denn aus einer Menge mit N Teilnehmern lassen sich 2**N Untergruppen bilden, auch wenn man dabei manchmal ganz schön allein ist.

Reed-Menge
Für unser Beispiel ergibt sich ein Reed-Wert von
V(100) = 2**100 =
1.267.650.600.228.229.401.496.703.205.376, also etwa 1,27 Quintillionen verschiedene mögliche soziale Gruppen, vielleicht eine kleine Herausforderung für XING, myspace und Co.
Den Wert eines Unternehmensnetzwerks (sei es nun nur intern oder auch extern mit Partnern vernetzt) nur durch die Menge der eingehenden Knoten zu charakterisieren, scheint nicht zielführend zu sein, denn dann wären automatisch die Netzwerke (Firmen) mit den meisten Knoten (Angestellten) auch die wertvollsten. Unsere Intuition und der alte Spruch: „Wenn Siemens wüsste, was Siemens weiß“, sagen uns, das dem nicht so ist.
Es muss also weitere interessante Eigenschaften solcher Netzwerke geben und denen werden wir uns im Teil IV unserer Netzwerkeffekte für das Enterprise2.0 widmen.

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